„Verquert“? Offerten, Verträge und Weisungen im Querformat?

Kürzlich durfte ich mich mit einem Unternehmensjuristen über die Herausforderungen in seinem Arbeitsalltag unterhalten. Wir kamen auf das Thema Offerten zu sprechen. Mit offensichtlichem Missfallen – schon fast Verachtung – erwähnte er: «und stell dir vor, unser Business macht jetzt tatsächlich Offerten im Powerpoint!».

😊… mir ging es genau gleich, damals in meinem früheren Leben als Unternehmensjuristin.

Und ich erinnere mich auch noch gut an die Kundenpräsentation über ein inhaltliches, strukturelles, sprachliches und visuelles Redesign des Weisungswesens vor wenigen Wochen. Plötzlich drehte sich im Gespräch leider alles nur noch um das vorgeschlagene «Querformat» (!)…

Warum diese Aufregung – es ist doch nur ein Format?

Nein, es geht um mehr. Wir müssen unsere Inhalte strukturieren, bündeln und straffen. Wir müssen es schaffen, inhaltlich zusammengehörende Informationen kompakt und übersichtlich auf eine Seite zu bringen. Wir müssen die Inhalte so aufeinander aufbauen, dass sie auch ohne Fliesstext einen Sinn ergeben. Und wir müssen textliche Elemente so gestalten, dass sie sich auf das Wesentliche beschränken und trotzdem «auf einen Blick» bzw. «auf einer Seite» verstanden werden. Und mit Powerpoint gibt es auch keine Ausrede mehr, auf visuelle Unterstützung zu verzichten.

Legal + Compliance Dokumente im Querformat hört sich also nicht verkehrt an – nur aufwendiger. Aber wenn unsere AdressatInnen sich das wünschen, wenn es das ist, was sie brauchen und wenn dadurch die Informationen bei ihnen ankommen, dann kann es sich lohnen.  

Übrigens:

PC Bildschirme, Fernseher, Kinoleinwände, Schultafeln, Whiteboards, Visitenkarten, Postkarten, Landkarten und sogar die Fenster in unseren Häusern: alles Querformat. Mein Tablet: 99% der Zeit quer. Unser horizontales Gesichtsfeld ist grösser als das vertikale: quer… Zufall?